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Prostatazentrum KSA - Von der Vorsorge bis zur Da-Vinci-OP

Sarah Keller, 01.12.2021
Prostataerkrankungen lassen sich heute in den meisten Fällen mit minimal-invasiven Methoden behandeln

Wie die Zeit vergeht – 20 Jahre ist es her, seit das Prostatazentrum des KSA gegründet wurde. Mittlerweile ist es eines der führenden Prostatazentren der Schweiz und nach dem höchsten europäischen Standard als Prostatakrebszentrum und Uroonkologisches Tumorzentrum zertifiziert. Das ausgewiesene Fachärzteteam des Zentrums betreut Patienten persönlich mit ihrem Fachwissen auf höchstem Niveau.

Das Prostatazentrum des KSA feiert sein zwanzigjähriges Bestehen. Ein Zentrum, welches sich zu den führenden Prostatazentren der Schweiz zählen und auf ein grosses Fachwissen bei der Behandlung von Prostataerkrankungen zurückgreifen kann. Ein Zentrum, das mit zunehmender Lebenserwartung der Männer und damit einhergehend steigender Zahl an Prostataerkrankungen immer wichtiger geworden ist.«Von Prostataerkrankungen betroffen sind vorwiegend Männer in der zweiten Lebenshälfte, also ungefähr ab 45 bis 50 Jahren. Dies legt eine Prostatauntersuchung ab dem 50. Lebensjahr beim Hausarzt oder beim Urologen nahe», erklärt Prof. Dr. med. Stephen Wyler, Chefarzt Urologie, Klinikleiter Urologie und Leiter Prostata- und Uroonkologisches Zentrum.

Bei Männern mit familiärer Vorbelastung im Hinblick auf Prostataerkrankung empfiehlt sich gar eine Untersuchung ab dem 40.-45. Altersjahr.

Prof. Dr. med. Stephen Wyler

Gerade bei medizinischen Problemen ist der persönliche Kontakt mit einem ausgewiesenen Facharzt und die Beratung durch diesen gewünscht und nötig. Letztlich ist es für den Laien schwierig, unter vielen möglichen Diagnosen und Behandlungsmethoden die für sich richtige zu finden. Da die Medizin sich stets weiterentwickelt, werden Behandlungsmethoden immer differenzierter und schonender. Das Expertenteam des Prostatazentrums KSA kann aufgrund seines grossen Fachwissens die Behandlungsstrategie auf den betroffenen Patienten massgeschneidert entwerfen und anpassen. Das Prostatazentrum KSA hat eine Kalkulator-App entwickelt, die es ermöglicht, die gemessenen Prostata-Blutwerte (PSA Test) im Zusammenhang mit der betreffenden Person und deren Risikofaktoren präziser zu interpretieren und daraus abzuleiten, ob weitere Massnahmen notwendig sind.

Was ist die Prostata und wie werden Erkrankungen behandelt?

Dem Stichwort Prostata folgt schnell der Begriff Prostatakrebs und ein Besuch bei der Urologin oder beim Urologen will oftmals vermieden werden. Doch die Angst ist meist unbegründet. Denn nebst bösartigen Prostatakarzinomen gibt es auch die verhältnismässig viel häufiger vorkommende gutartige Prostatavergrösserungen. Zudem sind die Behandlungsmethoden mit den Jahren immer schonender geworden. Heute ist es in den meisten Fällen möglich, Prostataerkrankungen mit minimal-invasiven Methoden zu behandeln.

Minimal-invasive Eingriffe

Operationen, die den Bereich der Verletzung von Haut und Weichteilen mittels einer äusserst kleinen Einstichstelle möglichst geringhalten, lassen sich unter den Begriff Minimalinvasive Chirurgie (MIC) klassifizieren.

Doch der Reihe nach. Was ist denn nun die Prostata? Dabei handelt es sich um die sogenannte Vorsteherdrüse, welche sich unterhalb der Harnblase befindet und einen Teil der Harnröhre umgibt. Die Prostata produziert ein Drüsensekret, welches beim Samenerguss mit den Spermien ausgestossen wird.

Wenn es nun im Alter zu einer Prostatavergrösserung kommt, kann die Prostata auf die Blase oder die Harnröhre drücken. Dies führt zu abgeschwächtem Harnstrahl und häufigerem Wasserlassen und kann auch dazu führen, dass sich die Blase nicht mehr vollständig entleeren kann. Im schlimmsten Fall kommt es zur Harnverhaltung, also der Unmöglichkeit, den Urin zu lösen.

Prostata
                     Normale Prostata                                                   vergrösserte Prostata

Für die Prostataerkrankungen stehen schonende und minimal-invasive Behandlungsmethoden zur Verfügung. Bei gutartiger Prostatavergrösserung kann das blockierende Gewebe schonend durch die Harnröhre entfernt werden mittels Gewebeabtragung mit Strom, Laserverfahren oder Wasserdampf. Bei Prostatakrebs muss die ganze Prostata behandelt werden: Hier hat das Team des Prostatazentrums KSA sehr grosse Erfahrung mit roboterassistierter (Da Vinci) Chirurgie. Die Prostata wird mittels einem Operationsroboter schonend entfernt, dabei können Kontinenz und Potenz maximal geschont werden. Die Zentrums-Zertifizierung garantiert Behandlungsqualität auf höchstem Niveau.

Woran erkenne ich eine Prostataerkrankung

Symptome Prostatavergrösserung (gutartige Prostataerkrankung)

  • Häufiger und starker Harndrang
  • Schwacher Harnstrahl, Wasserlassen dauert länger
  • Nachtropfen von Urin nach dem Wasserlassen

Symptome Prostatakrebs:

  • Keine Frühsymptome
  • Ein Prostatakrebs im Frühstadium kann nur durch Vorsorge Untersuchung erkannt werden
  • Digital rektale Untersuchung und PSA Test

Ein aussergewöhnlicher Operationsassistent ist dieser DaVinci-Roboter. Zum einen deshalb, weil der Operateur nicht direkt am Patienten arbeitet, sondern an einer Steuerkonsole sitzend indirekt die feinen Operationsinstrumente im Patienten bedient. Zum anderen ermöglicht der DaVinci-Roboter eine dreidimensionale Übertragung des Operationsfeldes mit bis zu zehnfacher Vergrösserung in die Konsole des Operateurs. Der operierende Arzt an der Konsole kann so seine Handbewegungen millimetergenau auf die Instrumente im Operationsfeld übertragen. Dies verbindet sämtliche Vorteile der offenen und der laparoskopischen Technik kombiniert:

  • Reduzierung des Traumas am Körper des Patienten
  • Verminderung des postoperativen Schmerzes
  • Verminderung des Schmerzmittelbedarfs
  • Verminderung des Blutverlustes (weniger Bluttransfusionen)
  • Verkürzung des Spitalaufenthaltes
  • schnellere Genesung und Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
  • kosmetisch minimale Narbenbildung
  • bessere Übersicht und Sichtvergrösserung des Operationsgebietes
  • präzisere Präparation des Gewebes und damit schonendere Operationstechnik
Wissenswertes rund um das Prostatazentrum

Das Prostata- und Uroonkologische Zentrum als Teil des Onkologiezentrums Mittelland des KSA gehört zu den führenden Kompetenzzentren der Schweiz rund um die Prävention, Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen. Langjährige Expertise und ein sehr erfahrenes interdisziplinäres Ärzte- und Diagnostikteam, sowie neueste Technologien zur Behandlung von Prostataerkrankungen zeichnen das Zentrum aus.

Das Prostata- und Uroonkologische Zentrum ist sowohl gemäss der ISO-Normen als auch gemäss den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert.

Autor*in

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Praktikantin Unternehmens-kommunikation

Sarah Keller ist Praktikantin in der Unternehmenskommunikation. Neben einem Master-Abschluss in Kommunikationswissenschaften besitzt sie auch eine grosse Prise Humor. Als Wortakrobatin ist Sarah noch bis Ende Januar am KSA zu sehen.