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Zum Tag der Pflege: Stele als Andenken an Liliane Juchli

KSA, 12.05.2022
Das KSA würdigt zum diesjährigen Tag der Pflege eine herausragende Aargauerin – Schwester Liliane Juchli, Pionierin in der professionellen Pflege.

Alljährlich am 12. Mai feiern wir den «Internationalen Tag der Pflege». Zum diesjährigen Tag der Pflege installiert das Kantonsspital Aarau (KSA) auf dem KSA-Areal eine mit Rosen verzierte Holzstele zur Erinnerung an Schwester Liliane Juchli, der grossen Pionierin für die professionelle Pflege, die im November 2020 verstorben ist. Liliane Juchli stammt aus dem Kanton Aargau und hat sechs Jahre lang an der Kaderschule für Krankenpflege des Schweizerischen Roten Kreuzes unterrichtet. «Mit dem Denkmal möchten wir an das ausserordentliche Wirken von Liliane Juchli erinnern und sie ehren», so Karsten Boden, Direktor Departement Pflege und MTTD sowie Mitglied der Geschäftsleitung des KSA. «Schwester Liliane Juchli hat die Pflege im deutschsprachigen Raum nachwirkend geprägt – darauf soll die Stele auf dem KSA-Areal immer wieder aufmerksam machen.»

Eine Pionierin in der Pflege

Liliane Juchli war eine Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin. Sie ist im Kanton Aargau in Nussbaumen/Obersiggenthal geboren und aufgewachsen. Schon als Kind entwickelte Liliane Juchli den Wunsch, sich in der Entwicklungszusammenarbeit zu engagieren. Da dies damals für Frauen nur über eine kirchliche Institution möglich war, beschloss sie Ordensschwester zu werden, um dann in die Missionsgebiete entsandt zu werden. Nach ihrer Schulzeit arbeitete sie zunächst als Schwesternhelferin im Spital von Yverdon-les-Bains. Danach absolvierte sie die Ausbildung zur Krankenschwester an der Krankenpflegeschule Theodosianum in Zürich. Nach über zehn Jahren pflegerischer Tätigkeit begann sie mit dem Unterrichten. 1997 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät der Universität Freiburg und 2017 der St. Elisabethuniversität für Gesundheitswesen in Bratislava verliehen. Auch erhielt sie 2018 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und 2019 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Bekannt wurde der Name Juchli durch das erste umfassende Fachbuch des Pflegeberufes im deutschsprachigen Raum, welches vom Thieme Verlag im Jahr 1971 das erste Mal herausgegeben wurde. Das Fachbuch wurde in acht Auflagen durch Schwester Liliane Juchli ständig weiterentwickelt und ist bis ins Jahr 1998 unter dem Namen «Juchli» erschienen. Heute trägt es den Namen «Thiemes Pflege». Die Leistung von Schwester Liliane Juchli belegen zahlreiche Bibliografien, ihre mehr als 40 Jahre Tätigkeit als Vortragsreisende und als Dozentin. Sie hat bis zu ihrem Tod im 87. Lebensjahr immer wieder pointiert Stellung zu gesellschaftlichen und berufspolitischen Fragen bezogen. Durch ihren unermüdlichen Einsatz für die Würde des Menschen und für eine ganzheitliche Sicht der Pflege ist sie zu einem Vorbild für Generationen von Pflegenden geworden.

Holzstele mit Juchli-Rosen als bleibendes Denkmal

Die Holzstele, an der sich die Rosen entlangranken werden, ist aus dem Holz einer auf dem KSA-Gelände gewachsenen Eiche gefertigt. Sie befindet sich vor dem Eingang von Haus 27, gut sichtbar direkt am Fussweg. Bei der Rosenart handelt es sich um eine Liliane-Juchli-Rose, die ihr zu Ehren speziell gezüchtet worden ist. Diese widerstandsfähige Strauchrose besticht ihren Betrachter mit schönen offenen, hell rosafarbenen Blüten.

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