Urs Riggenbach, 28.04.2020

Wir bleiben innovativ - Erst Recht in Zeiten von COVID-19!

Die Einführung der Lean-Methodik am KSA nimmt Form an.

Auf den Stationen 721 und 181 ist ein Pilot zur weiteren Einführung von Lean-Methodik zu Gunsten der Patientinnen und Patienten in Arbeit. Die Station 821 arbeitet nun seit dem Juni 2017 mit dieser Methode und wendet diese erfolgreich an. Trotz Corona-Pandemie und den damit verbundenen Extraleistungen im KSA, unterstützte die Unternehmensentwicklung die Stationen in ihrer kontinuierlichen Verbesserung der internen Prozesse. Am Freitag, 24.4.20 wurde nun das erste Mal auf Station 721 mit dem Huddle-Meeting gearbeitet.

Huddle
Stations-Kurz-Meeting vor dem Huddle-Board auf Station 721

Was heisst denn das und wie sieht es im konkreten Arbeitsalltag aus?

Die Lean-Methodik stammt ursprünglich aus der Automobilindustrie, am Ursprung stand das Toyota Produktions-System. In der Folge wurde diese Arbeitsmethode weiterentwickelt und wurde in den USA durch den Flugzeughersteller Boeing und schliesslich durch Spitäler adaptiert. Die Lean Hospital Vorreiter waren das Virginia Mason Hospital und das Seattle Medical Center.

Die Methode hielt später auch in Schweizer Spitälern Einzug und fand zuerst Anwendung im Kantonsspital Graubünden in Chur, dem Kantonsspital Baselland am Standort Liestal und dem Spitalzentrum Biel. Danach folgten etliche andere Spitäler, 2017 auch das KSA.

Folgende Kernelemente sind bei dieser Methodik im Spital im Vordergrund:

  • Der Nutzen für die Patientinnen und Patienten steht immer im Zentrum
  • Lean fokussiert sich auf die Verschlankung der Organisationsprozesse zu Gunsten der Kernaufgaben. Verschwendungen im Prozess werden eliminiert.
  • Die Lean Methodik berücksichtigt die Mitarbeitenden als wichtige Ressourcen – das Management setzt sich für deren bestmöglichsten Arbeitsbedingungen ein
  • Das Prinzip der Soforterledigung & Kundenorientierung soll im ganzen Spital und auf allen Ebenen spürbar sein
  • Die Lean-Methodik ist eine Kultur der lernenden Organisation. Daraus resultiert ein stetiger Verbesserungsprozess zu Gunsten der Patientinnen und Patienten:
    • Wir überdenken unsere Tätigkeiten & Vorgehen, die wir schon lange durchführen
    • Wir bitten andere, unsere Abteilung, unsere eigene Arbeitsweisen auf unnötige Tätigkeiten zu überprüfen (Korrespondenzwege, Ordnung, Erscheinungsbild, Abläufe etc.)

Mit diesem Vorgehen unterstützen und verbessern wir die Dienstleistung im Kern-Geschehen.

Es kommen verschiedene Konzepte und Werkzeuge zum Einsatz. Ein Konzept ist der Huddle (englisch für "Haufen"), der nun auf der Station 721 eingeführt wurde. Er dient vor allem dazu:

  • Täglich, kurze, entlang dem Tagesverlauf festgelegte interprofessionelle Abstimmungen nach definiertem Standard-Drehbuch durchzuführen
  • Verbindliche Verantwortungen und Rollen der Teilnehmenden & Management zu entwickeln
  • Standard-Arbeitsbeschreibungen für Kernprozesse innerhalb der Station festzulegen
  • Integration von Überprüfungs- & Problemlösungsprozessen im Arbeitsalltag einfliessen zu lassen

Gerne stellen wir bei anderer Gelegenheit weitere Konzepte und Werkzeuge und deren Anwendung im KSA vor.

Autor

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Projektleiter Unternehmensentwicklung

Urs Riggenbach arbeitet seit dem 1.3.2020 im KSA als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung. Er arbeitete zuvor in zahlreichen Kaderstellen und als interner Berater, immer für das Gesundheitswesen. 2012 kam er mit der Lean-Methodik in Kontakt und setzt diese seither erfolgreich in seiner Arbeit ein.