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Ralph Schröder, 31.01.2019

Schröders Alternativmedizin: Die Gastrologie

Wissenswertes aus der Welt der Paramedizin. Eine Glosse

Die Gastrologie – auch Magen-Sternkunde genannt – ist eine noch wenig bekannte interprofessionelle Fachdisziplin, die sich aus den jüngsten Erfolgen im Bereich der Endoskopie sowie aus Erkenntnissen der vedischen Astrologie und indischen Ernährungsmedizin entwickelt hat. Die beiden Begründer, Prof. Dr. Magnus Stjärnason von der schwedischen Universität Uppsala und die indische Astromedizinerin Dr. Indira Ramakrishnan aus Uttar Pradesh sind umstritten, haben jedoch vor kurzem mit einem Artikel im Journal «Alternatives in Science» für Aufsehen gesorgt.

«Unsere Sprechstunden sind voll.»

Was sich makroskopisch mit Teleskopen in der Astronomie und in der Astrokartografie bewährt hat, soll jetzt auch durch ein neu entwickeltes makrospektrales Verfahren – die Makrogastroskopie – ganz neue Möglichkeiten für die medizinische Prognostik eröffnen. Das Verfahren liefert neuartige Bilder, die sich insbesondere für die sogenannte Magen-Prädiagnostik eignen, eine Methode, die sowohl Voraussagen über künftige Bauchschmerzen und Magengeschwüre ermöglicht als auch bei der Früherkennung von liebeskummerbedingter Appetit­losigkeit oder frustrationsbedingter Überernährung wertvolle Hilfe leistet. Bei der Makrogastroskopie wird die durch eine Optik gescannte Oberfläche der inneren Magenwand durch ein digitales Umstülpungsverfahren auf einer Projektionsfläche sichtbar gemacht. Die situativ und individuell unterschiedliche Beschaffenheit der Magenschleimhaut-Oberfläche zeigt dabei interpretierbare Strukturen – vergleichbar mit einer meteorologischen Wetter- oder astronomischen Sternkarte. Die so lesbaren Magenwandbilder werden vermessen und in einem sogenannten Gastro-Bulletin aufgezeichnet. Dieses ermöglicht dem erfahrenen Gastrologen Voraussagen über bevorstehende Magenbeschwerden und das Einleiten entsprechender Gegenmassnahmen.

Sollte sich die Gastrologie oder Magen-Sternkunde als Wissenschaft durchsetzen, was allerdings noch in den Sternen steht, wird sich dies insbesondere für stressbelastete Führungskräfte und politische Entscheidungsträger sowie Medienverantwortliche als Segen erweisen, ebenso wie für die konstant hohe Zahl an Liebeskranken. «Unsere Sprechstunden sind voll», sagt Dr. Indira Ramakrishnan. Grosses Interesse an der neuen Wissenschaft zeigen auch innovative Gastronomen. Im Restaurant «Tamarindhill» in Stockholm wird seit Kurzem «gastrologisch» zertifizierte Kost angeboten, insbesondere schwedische und indische Spezialitäten – wen wundert’s.

Autor

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Redaktor/Stv. Mediensprecher

Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrer, Korrektor, Redaktor und Verlagsleiter ist Ralph Schröder seit 2011 ein engagierter und bedachter Texter für das KSA, der es jederzeit versteht, dem geschriebenen Wort Verständnis und Sinn einzuimpfen.