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Was tun bei ständigem Schwindel

Es gibt vielfältige Ursachen für Schwindel. Um die Beschwerden einordnen und behandeln zu können, sollte ein Neurologe aufgesucht werden.

"Ich (87) bin eigentlich gesund. Aber letztes Jahr im Juni erlitt ich nach einem Sturz eine Hirnblutung. Zum Glück kehrten alle Funktionen zurück, sodass ich keine bleibenden Schäden erlitt (OP im Berner Inselspital).

Seit ungefähr einem Monat habe ich nun aber ununterbrochen Schwindel, sodass ich nicht nach draussen gehen kann. Mein Hausarzt hat mir das Mittel Retahistin 16mg verschrieben. Teilweise hilft es, meistens jedoch nicht. Gibt es ein anderes Medikament oder andere Mittel, um diesem Zustand Einhalt zu gebieten?"

"Teilweise hilft es, meistens jedoch nicht.
Gibt es noch ein anderes Mittel?"

Die Ursache Ihres Schwindels kann sehr verschiedener Natur sein. Nicht selten verbirgt sich eine Neuritis vestibularis, der einseitige Ausfall eines Gleichgewichtsorgans, hinter einem Tage bis Wochen andauernden Drehschwindel. Typische Beschwerden dieser Entzündung der Gleichgewichtsnerven sind eine Stand- und Gangunsicherheit sowie Übelkeit und gelegentlich auch Erbrechen.

Schwindelformen

Ferner ist auch an die häufigste Schwindelform, den gutartigen Lagerungsschwindel, zu denken. Er ist durch sekundenlange Drehschwindelattacken bei Kopfbewegung gekennzeichnet und kommt häufig auch im höheren Lebensalter vor. In selteneren Fällen kann ein anhaltender Schwindel auch Ausdruck einer Durchblutungsstörung des Gehirns sein. Meist finden sich hier zusätzliche Beschwerden wie Doppelbilder oder Sprech- und Schluckstörungen.

Ich empfehle Ihnen, sich bei einem Spezialisten vorzustellen, der Ihre Beschwerden klar einordnen und die entsprechende Therapie einleiten kann. Er wird Sie u.a. zu folgenden Faktoren befragen:

  • Charakter des Schwindels wie Drehen oder Schwanken
  • attackenartigem Auftreten oder Dauerschwindel
  • auslösende Faktoren wie Bewegungsabhängigkeit, Einnahme bestimmter Medikamente
  • Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Ohrgeräusch, Hörminderung, Doppelbildern, Lähmungen usw.

Zusammen mit der sich direkt anschliessenden klinischen Untersuchung wird dann entschieden, ob noch weitere Untersuchungen wie beispielsweise eine MRI (Magnetresonanztomographie) des Kopfes erforderlich sind. In der gemeinsamen spezialisierten Sprechstunde der Klinik für Neurologie und der Klinik für Hals-Nasen- Ohren-Erkrankungen des KSA werden entsprechende Untersuchungen und Therapien angeboten. 

Autor

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Leitender Arzt Neurologie, Co-Leiter Stroke Center