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Ralph Schröder, 12.08.2019

25 Jahre erfolgreiche Stammzelltransplantation

Das KSA: Eines von acht Spitälern in der Schweiz, die als akkreditierte Zentren autologe Stammzelltransplantationen anbieten.

Im KSA ist im April dieses Jahres beim 500. Patienten im Rahmen einer Krebsbehandlung eine Stammzelltransplantation mit eigenen Blutzellen erfolgreich durchgeführt worden.

Patient Willy C. liegt auf Station 731 in einem Einzelzimmer und ist guter Dinge. Er hat soeben eine Hochdosis-Chemotherapie ohne grosse Nebenwirkungen hinter sich gebracht und wartet darauf, dass er seine eigenen Blutstammzellen per Infusion zurückbekommt. Patient Willy C. ist zur Behandlung eines Lymphdrüsenkrebses (Lymphom) im KSA. Weil die zur Behandlung des Lymphoms notwendige hochdosierte Chemotherapie das Knochenmark zerstört und die Patienten in der Folge ohne Blutzellen sterben würden, muss nach der Chemotherapie eine sogenannte autologe Stammzelltransplantation durchgeführt werden. Willy C. ist der 500. Patient im KSA, bei dem dieses Verfahren angewandt worden ist. Die Prognosen für Patient Willi C. stehen gut. Nach gut 14 Tagen wird er ins Leben zurückkehren können.

Transplantation eigener Blutzellen

Im Unterschied zur allogenen Stammzelltransplantation, bei der Stammzellen eines fremden und passenden Knochenmark- oder Blutstammzellspenders transplantiert werden, werden bei der autologen Transplantation bluteigene Stammzellen mit einer vorgängigen Blutwäsche beim Patienten entnommen. Dieser Vorgang dauert rund 4 bis 6 Stunden und ist schmerzfrei. Die Stammzellen werden anschliessend tiefgefroren eingelagert und nach der Hochdosis-Chemotherapie dem Patienten zurückgegeben. Nach wenigen Tagen entsteht aus den Stammzellen wieder neues Blut.

Hohe Heilungs- und Überlebenschancen

Für die Therapie mit autologer Stammzelltransplantation kommen nur Patientinnen und Patienten mit bestimmten Diagnosen infrage, darunter diverse Formen von Lymphdrüsenkrebs, bestimmte akute Leukämien, Patienten mit einem multiplen Myelom oder bestimmte solide Tumoren (Hoden, Sarkom). «Die Heilungs- und Überlebens­chancen nach Therapien mit Stammzelltrans­plantation sind mittlerweile gut», erklärt Prof. Dr. Mario Bargetzi, Chefarzt Hämatologie und Transfusionsmedizin und Leiter des Lymphom- und Leukämiezentrums am KSA. Bei bestimmten Erkrankungen kann bei einem Rückfall die Stammzelltransplantation wiederholt oder mehrfach angewendet werden.

25 Jahre Expertise

Das KSA führt seit 1994 autologe Stammzelltransplantationen durch. Pro Jahr werden heute durchschnittlich 50 solche Transplantationen bei circa 30 Patientinnen oder Patienten angewendet. Das KSA gehört zu den acht Spitälern, die als Stammzelltransplantationszentrum akkreditiert und nach den Kriterien des nationalen und internationalen Qualitätssicherungs-Programms (JACIE) zertifiziert sind. Neben der fachärztlichen Expertise und einem onko-hämatologisch geschulten Pflegepersonal sind ein entsprechendes Labor, ein Blutspendezentrum mit Blutlagerungsmöglichkeit, eine Intensivstation sowie eine erweiterte interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Mikrobiologie und Infektiologie beispielsweise Voraussetzung für eine Zertifizierung, die in regelmässigen Abständen überprüft wird.

 

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Autor

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Redaktor/Stv. Mediensprecher

Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrer, Korrektor, Redaktor und Verlagsleiter ist Ralph Schröder seit 2011 ein engagierter und bedachter Texter für das KSA, der es jederzeit versteht, dem geschriebenen Wort Verständnis und Sinn einzuimpfen.